FUNKTION UND WIRKUNG RELIGIÖSER REPRÄSENTATIONEN

Function And Effects of RELIGIOUS REPRESENTATIONS

Funktionen und Wirkungen religiöser Bilder / Function and Effects of Religious Representations
Niccolò dell'Arca: Compianto sul Cristo morto, Chiesa di Santa Maria della Vita, Bologna, 1463-1490.

 

From 2010 to 2015 Maike Aden was member of the interdisciplinary DFG-Netzwerk (German Research Foundation Network) "Functioning and Effects of Religious Representations" at the University of Dortmund (DE). Within this research project she conceived, implemented and evaluated an explorative study on "The Visualization and Reflection of Constructions about Religious Representations" which was published in 2015. The project was also presented in lectures and essays.

This study can be seen as the development of a previous quasi-experimental research study on graphies: Empirical Research

 


WORKSHOP

DIE VERGEGENWÄRTIGUNG DER DEUTUNGSPROZESSE ANGESICHTS RELIGIÖS AUFGELADENER REPRÄSENTATIONEN

VISUALIZATION OF INTERPRETATION PROCESSES IN VIEW OF RELIGIOUSLY CHARGED REPRESENTATIONS
Tagung, Ev. Akademie Loccum, 4.3.2016

Deutung religiös aufgeladener Repräsentationen

Erarbeitung von Auseinandersetzungsmöglichkeiten der Bewusstwerdung und Reflexion der "schnellen Schüsse ins Gehirn" mittels jener religiös aufgeladener Bilder, die aktuell in den Dienst symbolischer Deutungskämpfe gestellt werden. Einführend werden zunächst die unterschiedlichen Logiken geklärt, mit denen Bilder und Religionen unsere Welt zu erklären und konstruieren versuchen. Dadurch wird verständlich, dass das Religiöse nicht in den Bildern selbst 'wohnt', sondern nachträglich und von außen an sie herangetragen wird. Vorgestellt werden künstlerisch-forschende Aufzeichnungsstrategien, die solche Herantragungsprozesse konkretisieren können. Sie können inspirieren, die eigenen Bilddeutungsprozesse zu vergegenwärtigen, zu reflektieren und, wenn nötig, auch zu durchkreuzen.

 


Religiöse Repräsentationen

NEUERSCHEINUNG / NEW RELEASE

 

1. DIE SICHTBARMACHUNG UND REFLEXION UNSERER WISSENSKONSTRUKTE ÜBER RELIGIÖSE BILDER. KONZEPT UND ERGEBNISSE EINER EMPIRISCHEN STUDIE

THE VISUALIZATION AND REFLECTION OF OUR CONSTRUCTS ABOUT RELIGIOUS REPRESENTATIONS. CONCEPT AND RESULTS OF AN EXPLORATORY STUDY


2. DU SOLLST DIR KEIN BILDNIS MACHEN. ÜBER DIE VERWENDUNG VON KUNSTWERKEN IM KONTEXT DER RELIGION, MIT ANDREAS BRENNE

THOU SHALT NOT MAKE ANY GRAVEN IMAGE. ON THE USE OF ARTWORKS IN THE CONTEXT OF RELIGION

 

Beide Texte in: A. Brenne, C. Gärtner (Hg.): Kunst im Religionsunterricht, Stuttgart 2015

Download: Inhaltsverzeichnis

 

Bildern wurde im Laufe der Religionsgeschichte stets eine außerordentliche Macht zugewiesen. Das bezeugen die Praktiken des Bilderkults und der Bilderanbetung ebenso wie die der Bilderverbote und Bilderzerstörungen. Speziell seit der seit einigen Jahren zu verzeichnenden Rückkehr religiöser bzw. pseudoreligiöser Diskurse und Praxen werden Bilder wieder als Repräsentanten funktionalisiert, welche bestimmte Botschaften einfach, klar und überzeugend zu illustrieren, zu vermitteln und zu bewerben suchen. Dabei ist Skepsis angebracht.

 

Rezension:  Bernhard Dressler: Religionsdidaktische Überlegungen mit Blick auf neue Publikationen; in: Theomag. Das Magazin für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik, Heft 104, 2016:

... Es dürfte angesichts meiner Skepsis gegen die Religion als Sinngenerator nicht überraschen, wenn ich der analogen Aussage von Maike Aden zustimmen möchte, dass die Zuschreibung von „Bedeutung (…) das Bild (…) nie ganz (trifft), ja, sie kann es sogar verdecken“: „Das Bild funktioniert als ästhetisch-ikonische Logik, während Bedeutung eine außerästhetisch-diskursive Zuschreibung ist.“[48] Gewiss: „Werden Bilder (…) auf spezifische Vorstellungen und Bedeutungen festgelegt, werden sie anästhetisiert.“[49] Aber gerade darin, dass auch Religion nicht in „Bedeutungen“ aufgeht, besteht die – eben nicht nur „vermeintliche“[50] – Ähnlichkeit der religiösen und der ästhetischen Erfahrung.

Für den Religionsunterricht wie für den Kunstunterricht gleichermaßen, aber auch z.B. für den Literaturunterricht gilt die drängende Frage: „Was passiert mit jenen Kunsterfahrungen, die vom didaktischen Zweck wegführen, uneindeutig sind und verwirren?“[51]...

 

Gesamte Rezension: Online

 


 

NEUERSCHEINUNG / NEW RELEASE

BILDER INS GEBET NEHMEN. ALLTÄGLICHE BILDER UND WELTBILDER DES RELIGIÖSEN

IMAGES OF RELIGIOUS BELIEFES IN DAYLY LIFE

In: Zeitschrift Kunst Medien Bildung | zkmb, April 2015

Download (latest version): Sehen ist Glauben. Alltägliche Bilder und Weltbilder des Religiösen

Sehen ist Glauben. Bilder und Weltbilder des Religiösen
Foto: Benjamin Harms

Die seit Jahren zu verzeichnenden Rückkehr religiöser bzw. pseudoreligiöser Diskurse und Praxen hat aktuell hohe politische Brisanz erhalten. Bilder spielen eine zentrale strategische Rolle, um die unter deren Deckmantel verborgenen weltanschaulichen Überzeugungen und Interessen zu kommunizieren. In ihrer Funktion als Eyecatcher, Dokumentationen oder Füllbilder transportieren sie schnelle und wirkmächtige Botschaften, die großen Anteil an der Herstellung von Wirklichkeit und Einfluss auf Meinungen und Einstellungen haben.

Der Text ist als Plädoyer für eine sensible und respektvolle, aber kritisch differenzierende Herangehensweise an religiös kontextualisiere Bilder zu verstehen. Dazu wird zunächst eine ausführliche Einführung in die christliche Ikonographiegeschichte und die zahllosen Konflikte um die Bilder als Platzhalter des Religiösen gegeben. Es wird die radikale Differenz des bildlichen und des religiösen Deutungssystems mit ihrer je eigenen Logik und Sprache herausgearbeitet. Die Argumente münden in die Feststellung, dass es religiöse Bilder nicht gibt. Es gibt nur Bilder des Menschen. Das Religiöse wohnt nicht in den Bildern selbst, son­dern wird nachträglich von außen herangetragen.

Zukünftige Thematisierungen sollten auf einen Dialog der Religionen ausgerichtet sein, der das Bedürfnis wie auch das Verbot einer Bebilderung des Religiösen ernst nimmt und die Überwindung von spaltenden und diskriminierenden Ideologien anstrebt. Nicht zuletzt geht es darum, ob wir uns dem Anderen - im Zwischenmenschlichen wie im Übermenschlichen - öffnen können und wie wir leben wollen: eher mit oder eher gegen das, was wir nicht verstehen können.

 


NEW RELEASE

EVALUATION DER KOMPETENZORIENTIERTEN MESSBARKEIT UND STANDARDISIERUNG VON WISSENSBILDUNGSPROZESSEN BEIM UMGANG MIT RELIGÖSEN REPRÄSENTATIONEN

EVALUATION OF SCILL-ORIENTATED MEASURABILITY AND STANDARDISATION OF KNOWLEDGE CREATION WHEN DEALING WITH RELIGIOUS REPRESENTATIONS

On behalf of COMENIUS - LLP within the European Network of Visual Literacy (ENViL), Mozarteum Universität Salzburg, November 2014

Wissensbildung beim Umgang mit religiösen Bildern
N. dell'Arca: Compianto sul Cristo morto, 1463-1490.

"... Wenn das Bildliche der eigentliche Inhalt der Auseinandersetzung ist und nicht der religiöse Gehalt, begibt man sich freilich auf theologisches Glatteis. Georg Picht behauptet sogar, dass „Theologie und Kirche insgesamt mit einer Radikalität in Frage gestellt werden, die alle zeitgenössische Theologie- und Kirchenkritik weit hinter sich lässt." Die Reibungen und Widersprüche, die durch das Aufeinandertreffen visueller und theologischer Diskurse entstehen können, kann die Kontingenz aller Wahrheits-, Objektivitätsansprüche erfahren lassen. [...] Es lässt sich jedoch eine Brücke zwischen visueller und religiöser Kultur bauen. Und zwar in dem Moment, in dem die Entdeckung mannigfaltigen Sinns der Bilder die Entdeckung mannigfaltiger Lebensmöglichkeiten eröffnet und das Leben trotz seiner Unverfügbarkeit als gestaltbar visioniert wird. In dem Moment kann die Auseinandersetzung mit Bildern eine ganz ähnliche Funktion erfüllen wie die Religion, nämlich das, was Hermann Lübbe eine "Kultur des Verhaltens zum Unverfügbaren" genannt hat. [...] 

Präzise Kompetenzen und kumulativ aufgebaute Niveaus einer Bildkultur zum Unverfügbaren zu definieren, deren Überprüfung eine Orientierung über den Stand der Lernenden abgeben könnte, grenzt freilich an fachliche Hybris. Einmal abgesehen davon, dass sich kein Bild zweifelsfrei in all seinen Aspekten entschlüsseln lässt, sondern über sich hinaus auf die persönliche Imagination verweist, sind jene Bilder, die auf etwas Unverfügbares zeigen, doppelt weit vom objektiv feststellbaren Wissen entfernt. Darin liegt ja gerade ihr Potenzial, ihre Kraft, ihre Faszination! Bilder des Religiösen sind, wenn wir uns von ihnen ergreifen lassen, "gewaltige Räume von Sinn, ungeahnte Räume der Visualität, des Klanges, der Geste, der Mimik und der Bewegung" (G. Boehm). Die unerreichbare Präsenz der wir in ihnen begegnen, lässt sich nicht nachträglich mit kontrollierenden Überprüfungen rechtfertigen.

 


 

FALLSTUDIEN / CASE STUDIES

DIE SICHTBARMACHUNG UND REFLEXION VON PROZESSEN DER WISSENSKONSTRUKTION IM ANGESICHT RELIGIÖSER REPRÄSENTATIONEN

THE VISUALIZATION AND REFLECTION OF THE CONSTRUCTION PROCESS IN VIEW OF RELIGIOUS REPRESENTATIONS

mit Studierenden der Theologie im Rahmen eines DFG-geförderten Forschungsnetzwerks "Funktion und Wirkung von Kunst im Religionsunterricht", Sommer 2013

Sichtbarmachung von Prozessen der Wissenskonstruktion
Text-Bild-Graphien einer Theologiestudentin

Die Forschungsstudie "Sichtbarmachung und Reflexion von Prozessen der Wissenskonstruktion im Angesicht religiöser Repräsentationen" ist ein Teilprojekt des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten disziplinübergreifenden Netzwerks "Funktion und Wirkung von Kunst im Religionsunterricht". Es verfolgt das Ziel, das Potenzial spontanen Graphierens für die kritische Reflexion in Bezug auf die Auseinandersetzung mit religiösen Repräsentationen zu erschließen. Die leitende Fragestellung ist, wie sich die Verknüpfungsprozesse von sinnlicher Anschauung und symbolischer Form in Text-Bild-Graphien artikulieren. Der Fallstudienansatz wurde als adäquate Forschungsstrategie für die explorative Phase der Untersuchung gewählt, weil er erlaubt, spezielle Situationen beobachten, rekonstruieren und analysieren zu können, in denen mehr Variablen von Interesse sind, als offensichtliche Datenpunkte. So sollte auch das Umfeld der Akteure und ihre Interaktion mit den Bildern berücksichtigt werden. Hauptaugenmerk liegt allerdings auf den Prozessen des Graphierens selbst sowie dem Aufbau und Inhalt des Graphiematerials, um typische Strukturen und verborgene Sinnkonstruktionen zu entschlüsseln.

Die Ergebnisse werden 2015 in der von der DFG geförderten Publikation "Kunst im Religionsunterricht - Funktion und Wirkung. Entwicklung und Erprobung empirischer Verfahren" veröffentlicht.

 


 

DFG-NETZWERKFORSCHUNGSPROJEKT / GERMAN RESEARCH ASSOCIATION NETWORK PROJECT

FUNKTION UND WIRKUNG VON KUNST IM RELIGIONSUNTERRICHT

FUNCTIONING AND EFFECTS OF ART IN RELIGIOUS EDUCATION

Institut für Katholische Theologie der Universität Dortmund, 2010-2013

Detailseite: DFG GEPRIS

Studie: Funktion und Wirkung von Kunst im Religionsunterricht
Michelangelo: Die Erschaffung Adams, zwischen 1508 und 1512, Detail

Kunstwerke sind im Religionsunterricht äußerst beliebt. Sie dienen der Motivation, der Erarbeitung theologischer Topoi oder leiten zur Selbstexpression der SchülerInnen an. Sie gelten als religiöse bzw. ästhetische Erfahrungsquelle oder als Seismographen der Gegenwart und dienen der religiösen Bildung. Es überrascht, dass die spezifische Funktion und Wirkung von Bildern im Religionsunterricht empirisch bislang kaum untersucht wurde. Unverzichtbar ist dabei der Austausch mit Nachbardisziplinen, die bereits seit einigen Jahren analoge Fragestellungen für ihr Fach verfolgen: evangelische und katholische Religionspädagogik, Kunstpädagogik, Systematische Theologie sowie Erziehungswissenschaften. Ziel ist es, die Frage nach der Funktion und Wirkung von Kunst im Religionsunterricht interdisziplinär zu verorten, methodische Grundlagen zu ihrer empirischen Erforschung zu erarbeiten und in ausgewählten Einzelfallstudien zu fachwissenschaftlich/fachdidaktisch relevanten Ergebnissen zu gelangen.

 


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