Reviews

Reviews/Essays by Maike Aden
Ben Vautier: J'ai quelque chose à dire (I have to say something), n.y.

 

Maike Aden has been writing reviews reflecting on exhibitions, art institutions, trends and other topics which shape the present situation of the art world. Here a selection of essays.

 


 

 

NEW RELEASED

"LET’S DANCE LIKE WE USED TO...“. A CRITICAL INTERVENTION ON APPROPRIATIONISM

In: Kunstchronik, 69. Jahrgang, Heft 4,  April 2016

Download (Digital Repository Art History Heidelberg): Appropriationism

Maike Aden on Appropriation, Remix, Mashup, Plagiarism, Copies, Repeats, Reviews, Postproduction, Revivals, Nostalgy in Art
Superflex, I copy therefore I am, 2011, Courtesy: Superflex

"Art today disposes only about dead ideas and formulas which are unable to respond to the needs of our time." These words by Théophile Gautier, written in 1853 about the then rampant addiction to repetitions and imitations of past concepts seemingly undergo themselves a repetition and imitation in present times.

The here presented twenty theses reflect the recent trend of artistic recycling, that I call Appropriationism. The term includes every regressive manner of repeating past concepts, forms and names without explosiveness, agony or ambush. Conveying a general feeling of nostalgic indulgence, Appropriationism avoids reflecting on cultural and social horizons. I am aware that the theses do not correspond to a factual and objective debate; rather, they consciously formulate a concise and subjective polemic against a particular misunderstanding of what was formerly a very interesting artistic strategy.


 

REZENSION

EIN AMERIKANER IN PARIS
»I ♥ John Giorno«, 21.10. 2015 - 10.1. 2016, Palais de Tokyo, Paris

In: Pop Zeitschrift, 14.11.2015

Essay: Online

Maike Aden on John Giorno exhibition in Palais de Tokyo Paris
John Giorno, 2015

“I ♥ John Giorno”. Der Ausstellungstitel klingt nicht nur reißerisch, er sieht auch so aus. (...) Ugo Rondinone hat die Räume des ansonsten auf stylischen Trashlook setzenden Pariser Palais de Tokyo in ein wohltuend klares und durch und durch schlüssiges Ausstellungsdisplay transformiert. Warum im Pressetext so viel Wirbel um ihn als Künstlerkurator gemacht wird, ist nicht ganz ersichtlich. Sei’s drum, der Ausstellung tut dieses Zugeständnis an die Star-Institution “Curartist” keinen Abbruch. (...) die durch sparsame Gesten, Repetitionen, Überlagerungen und Pausen rhythmisierte und musikalisierte Wortkunst voller Scharfsinn, Auflehnung und Verschwendung, aber auch voller Zartheit erzählt von fantastischem Gaysex und harter Pornographie ebenso wie von Alkohol, Marihuana, LSD, Konsumismus, Krieg, Zensur, Gehirnwäsche und Repressionen. (...) Überflüssig dagegen die Wiederholung des schlafenden John Giorno 35 Jahre später für Pierre Huyghes Film Sleeptalking (1998) – wären da nicht die dem Film unterlegten Kommentare John Giornos: “One of the reasons why the early 1960s was so great was that everyone of them, and I by chance happened to be one of them, did it for the first time.” Ironischerweise spricht John Giorno genau darüber, warum all die vielen Kopien, Imitationen und Nachahmungen vergangener Ikonen heute oft so langweilen und warum seine Poesie und Performances so stark und eindringlich sind.

 


 

BLOG POST

INTERVENTIONEN IM MUSEALEN CONCEPT STORE

INTERVENTIONS IN THE CONCEPT STORE MUSEUM

18.12.2015

Essay (DE): Online

Museum als Concept Store, Essay von Maike Aden
Intervention auf römischen Bodenmosaiken, Villa Borghese, Foto: Maike Aden

"... Seit langem sind Besucher daran gewöhnt, dass die Sammlungen alter Meister mit marktgängiger zeitgenössischer Kunst aufgepeppt werden. Künstlerische Eingriffe allerdings, die das politische und soziale Funktionieren von Kunst in Museumsinstitutionen aus einer neuen Perspektive wahrnehmen lassen, sucht man hier vergebens..."


 

NEW RELEASE

KUNST IM BELAGERUNGSZUSTAND. ZAHA HADID'S MUSEUM MAXXI IN ROM

ART UNDER SIEGE. ZAHA HADID'S MUSEUM MAXXI IN ROM

in: Urbanophil. Netzwerk für urbane Kultur, 25.11.2014

Essay (DE & EN): Online

Zaha Hadid Museum Maxxi Rom
Museum MAXXI, Architect: Zaha Hadid, Rom, Foto: Maike Aden

EN: "... Neither a diversified and low-threshold museum education program, nor a high efficient public relations, even cheaper tickets (currently 11 € !), or longer opening times wouldn't change this scandalous state of siege of the art behind this repellent artchitecture. Such efforts would remain an empty gesture of politeness as long as the museum forecloses the art works so demonstratively. Just the fascinating city of Rome is the best lesson for the fact, that only the visible presence of art works anchored slowly and imperceptibly a sense of familiarity with the world of art. The ubiquity of all these magnificent demons of ecclesiastical power, courtly hierarchy and merciless segregation can prevent the development and self-education as well as it can contribute to it. It can shape attitudes as well as it can contribute to its revision. Critical reflection, adoring pleasure, angry rejection and blunt acceptance: anything is possible towards the art in the city of Rome. But one thing is clear: The MAXXI gives away every chance to develop a relationship between the people and the art of its time. A museum full of sounds on the occasion of the project "Open Museum Open City" might have been a good start for a change. It could have given a public stage to contemporary art without physical and symbolic barriers. Unfortunately, the doors and windows are prevented from opening far enough, that the resonances could have come out from inside the museum to melt with the music, tones, sound, noise, dance, voices and silence as well as the light and fun of the streets into a complete work of art."

 

DE: "... Selbst mit „niedrigschwelligen“ oder „diversifizierteren“ Angeboten der Museumspädagogik, einem Mehr an Öffentlichkeitsarbeit, günstigeren Eintrittskarten oder längeren Öffnungszeiten ließe sich diesem skandalösen Belagerungszustand der Kunst durch diese abweisende Architektur wahrscheinlich kaum beikommen. Dabei ist doch gerade die faszinierende Stadt Rom das beste Lehrstück dafür, dass allein die sichtbare Präsenz der Werke langsam und unmerklich ein Gefühl der Vertrautheit mit der Welt der Kunst verankert. Die Gegenwart all der herrlichen Dämonen kirchlicher Macht, höfischer Hierarchie und gnadenloser Segregation hat natürlich nie nur anbetende Bewunderung hervorgerufen, sondern immer auch kritische Reflexion, wütende Ablehnung oder auch einfach nur stumpfe Akzeptanz. All das ist möglich. Das MAXXI dagegen schafft physikalische und symbolische Hürden für solche Auseinandersetzung. Das Ausstellungsprojekt Open Museum Open City hätte ein Anfang sein können, um auch der aktuellen Kunst in Rom eine öffentliche Bühne zu bereiten. Leider lässt es Zaha Hadids Gebäude nicht zu, dass man Tür und Tor weit öffnet, damit sich die Klänge draußen auf der Straße zu einem Gesamtkunstwerk aus Musik, Lärm, Tanz, Stimmen und Stille sowie Licht und Vergnügen vereinen."


 

NEUERSCHEINUNG

DAS MANTRA PARTIZIPATION

In: S. Burkhardt, T. Meyer, M. Urlaß (Hg.): convention. Ergebnisse und Anregungen #Tradition #Aktion #Vision. München 2013

Download (PDF): Das Mantra Partizipation

Partizipation als Mantra von Maike Aden

In ihrem kritschen Essay "Das Mantra Partizipation" bezeichnet Maike Aden Partizipation als modische Trendvokalbel, die gegenwärtig eindringlich und unablässig, einer Voodooformel gleich, beschworen wird. Der Begriff wird in bemerkenswert naiver Weise überstrapaziert, ohne in sein Zentrum vorzudringen.  Wenn Partizipation in Bildungszusammenhängen lediglich bedeuten würde, dass die Verschiedenheit der Lernenden wenigstens nicht zu ihrem Ausschluss führt, muss insbesondere die Schule als zutiefst antipartizipatorisch bezeichnet werden. Solange sie mit dem paradoxen Mandat agiert, Chancengleichheit zwar zu gewähren, zugleich aber Ungleichheit zu produzieren; soziale Tugenden zwar zu vermitteln, zugleich aber auf den Konkurrenzkampf vorzubereiten, um den Schüler_innen ihren zukünftigen Platz in der Gesellschaft zuzuweisen, bleibt Partizipation ein Lippenbekenntnis. Insbesondere die partizipatorische Praktiken der sogenannten "neue Lernkultur" dienen letztendlich der besseren Disziplinierung und Regulierung des „inneren Ichs“, um es perfekt auf eine Einpassung und personale Übernahme der Regeln und Ordnungen der Kontrolltechniken der Marktökonomie vozurbereiten. Maike Aden schlägt in ihrem Text Antworten vor, die (riskante) Möglichkeiten bereithalten, den schulischen Regierungen und Regierungsweisen zu ‚entwischen’.

Maike Aden über das Mantra Partizipation auf dem Bundeskongress kunst.pädagogik.partizipation in Dresden 2012

Der Text basiert auf dem gleichnamigen Vortrag, gehalten auf dem Bundeskongress "kunst.pädagogik.partizipation" in Dresden am 20.10.2012.

"Dr. Maike Aden bezeichnete in ihrem Vortrag den Staatsapparat Schule als grundlegend anti-partizipatorisch; sie begründete dies mit bestehenden Macht- und Wissensordnungen, institutionellen Rahmenbedingungen und vorherrschenden Rollenzuweisungen..."

(Kongressbericht)


 

REGELMÄSSIGE BEITRÄGE
In: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL) und Internationale Künstlerdatenbank (IKD), hgg. von A.Beyer, B. Savoy, W. Tegethoff. München: De Gruyter 2005-2020

Bas Jan Ader, Elke Krystufek, Edmund Kuppel, Antoni Miralda, Beiträge von Maike Aden

The Allgemeines Künstlerlexikon (AKL) / Artsits of the World) is the successor to the traditional Thieme-Becker and Vollmer standard reference works on art history. It has been published since 1991. It not only contains painters, sculptors and graphic designers, but gives equal weight to architects, designers, photographers, calligraphers, craftsmen and many other artistic professions. Around 1,500 artist biographies are contained in each volume. An index arranged according to country and artistic profession follows every tenth volume. According to the updated schedule for the AKL, the print edition will be completed in 2020.

The database Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online is the world's most contemporary, reliable and extensive reference work on artists. It contains authoritative, up-to-date biographical information on more than 1 million artists. The database offers articles "online first". This means that the articles are published online immediately, in part long before they appear in print, thus further increasing the topicality of the database.

Maike Aden wrote articles about contemporary artists including Bas Jan Ader, Elke Sylvia Krystufek, Edmund Kuppel and Antoni Miralda.

 


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